Pflanze des Monats Juni

Kalmus (Acorus calamus)

 

Zwischen dem Karwer 'Bollwerk' und der Badestelle befindet sich ein kleiner aber stabiler Bestand einer interessanten Uferpflanze, die erst seit dem 16. Jahrhundert in unseren Breiten heimisch wurde.

 

Der indische Kalmus (Acorus calamus) ist eigentlich ein Exot, dessen ursprüngliche Heimat Asien und Nordarmerika ist. Da die Röhrichtpflanze genügend Frostresistenz aufweist, kommt sie auch mit dem zuweilen recht rauhen Winterklima Mitteleuropas zurecht.

 

Die Blätter ähneln der Schwertlilie. Man kann sie aber an der typischen, meist einseitigen Riffelung der Blattspreite von der Anfang Juni leuchtend gelb blühenden Sumpfiris leicht unterscheiden. Von Juni - Juli erscheinen die unscheinbaren Kalmus-Blüten, die in einer Art Kolben (Spatha)angeordnet sind.

Bemerkenswert sind die Inhaltsstoffe, die insbesondere in der Wurzel konzentriert sind. Der kräftige Wurzelstock ist reich an ätherischen Ölen, denen eine günstige Wirkung bei Leiden des Magen-Darm-Traktes zugeschrieben wird.

 

Ähnlich dem Ingwer wirkt Kalamus wärmend, entkrampfend und anregend. Sogar als Aphrodisiakum wurde Kalamus in der Volksmedizin eingesetzt. Jedoch gilt auch hier die Weisheit des Paracelsus, dass die Dosis das Gift ausmacht. Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen die Asarone (ätherischen Öle) des Kalmus in höherer Konzentration sogar toxische, bis hin zu krebsauslösende Eigenschaften haben. Vor eigenen Experimenten mit der Naturdroge ist daher abzuraten.

Acorus calamus am Karwer Parkufer, Juni 2018

Blütenkolben (Spatha) und gewellte Blattspreite

Junge Kalmuswurzel