Baum des Monats Mai

Die Kulturkirsche (Prunus cerasus)

 

Der römische Feldherr Lukullus soll sie im Jahre 74 v. Chr. nach Italien gebracht haben: unsere geliebten Kulturkirschen. Der angebliche Ursprungsort Kerasos (in der heutigen Türkei), spiegelt sich noch heute in allen Sprachen wider: ob Kirsche, Cherry (Englisch), Kers (Niederländisch), Cerise (Französich), Cereza (Spanisch), Kiraz (Türkisch) - die lateinische Namenswurzel ist überall geblieben.

 

Botanisch gehört die Kirsche zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und ist damit eine gute Bienenweide. Die Sortenvielfalt von Süß- und Sauerkirschen ist groß. Der heutige Gärtner und Obstbauer hat die Qual der Wahl. Von der 'Adriana' bis zur 'Werderschen Braunen' gibt es viele früh- bis spätreifende Sorten, die eine längere Erntezeit ermöglichen. Denn leider reifen Kirschen nicht nach und lassen sich daher nicht lagern.

 

Der Karwer Gutspark wurde von Anbeginn nicht nur zum Flanieren angelegt. Die pragmatischen Gutsbesitzer früherer Zeiten verbanden das Praktische mit dem Angenehmen und legten im zentralen Teil des Parks eine Kirschbaumwiese an. Über die lange Zeit der Verwahrlosung war der alte Kirschbaumbestand jedoch vollständig eingegangen. Nur hier und da lassen sich noch einige verwilderte Exemplare und totes Holz im Park ausmachen. An der typischen Querstreifung der Rinde ist Kirschholz leicht zu erkennen.

 

Die Wiederbelebung und Restaurierung der Kirschwiese auf dem "Kirschberg" ist ein wichtiger Programmpunkt der Parksanierung. In einem vor Wildverbiss geschützten Areal wurden nach der Rodung des Wildwuchses im Herbst 2018 über vierzig Kirschbäumchen angepflanzt, wobei auf verschiedene traditionelle Sorten, deren Blütezeit sich Anfang Mai allmählich dem Ende nähert, zurückgegriffen wurde.

 

Nun heißt es bangen und hoffen, dass auch wirklich alle Bäumchen "Fuß fassen". Denn eine zu große Trockenheit kann im ersten Jahr der Pflanzung den Erfolg ernsthaft gefährden. Möglicherweise hilft hier schlussendlich nur eine Wasserpumpe, um Seewasser heraufzubefördern.

 

 

 

 

Kirschberg - Zustand 2017

Kirschberg Anfang Mai 2019 (Foto: Wehr)

Letzte Blüten - Fotografiert am 30. April (Foto: Wehr)

Typische Rinde und eine noch verbliebene "Kirschbaumleiche" im Parkbereich