Pflanze des Monats März


Der 'Wunderlauch'

Der 'Wunder-Lauch' (Allium paradoxum (M. Bieb.) G. Don), auch 'Seltsamer- oder Berliner-Lauch' genannt, bildet im März dichte Bestände hellgrüner, länglicher, um 20 cm lange Blätter. Die weißen Blüten sind unscheinbar. Als typischer Frühjahrsblüher (Geophyt) ziehen die Blätter ein sobald sich das Laubdach ab Mai zu schließen beginnt. Der Geruch, insbesondere beim Zerreiben der Blätter, erinnert an Bärlauch und wie andere Laucharten kann man den Wunderlauch auch als Würzkraut einsetzen. Die Pflanze vermehrt sich über Brutzwiebeln und kann sich auf frischen Böden rasch zu Massenbeständen ausbreiten. Sie gilt daher unter Botanikern als stark 'invasive' Art, die möglicherweise andere Arten verdrängen kann. Ursprünglich im Kaukasus, Zentralasien und dem nördlichen Iran beheimatet ist sie heute, erstmalig 1819 beschrieben, Teil der Flora Brandenburgs und auch im Karwer Gutspark heimisch.

 

Allium paradoxum (M. Bieb.) G. Don) aufgenommen im Karwer Gutspark am 18. März 2017 noch vor der Blüte. Die Pflanze ist zu dieser Zeit im gesamten Park aspektbestimmend und bildet dichte, grüne Teppiche.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der 'Wunderlauch' im Botanischen Garten und Kleistpark in Berlin ausgebracht. 1884 soll die Pflanze bereits auf der Pfaueninsel verwildert vorgekommen sein und hat sich inzwischen massiv ausgebreitet. Die Lauchart pflanzt sich nur ungeschlechtlich über die Brutzwiebeln fort.



Lauchcrème-Suppe auf Karwer Art

Ein experimentierfreudiges Mitglied des Parkvereins verrät uns sein spezielles Rezept... (Achtung: der Lauch sollte nur vor der Blüte verwendet werden!):

"Zwiebeln in ordentlich viel Olivenöl anbraten, mit Brühe ablöschen, den gewaschenen, geputzten Bärlauch nach und nach darauf werfen, ein oder zwei gekochte Kartoffeln dazu, alles aufkochen, mit Pürierstab pürieren, dann mit Cremefresh verfeinern, salzen, pfeffern, ggf. geröstete Kürbiskerne oben drauf und servieren. Der Bärlauch aus Karwe ist nicht zu intensiv, verliert beim Kochen seinen knoblauchartigen Geschmack - schmeckt eher nach Spinat."

 

Foto: Numrich