Pflanze des Monats April


Das Buschwindröschen

Im April blühen im Karwer Gutspark die Buschwindröschen. Ein Grund zur Freude, denn die zarten, im Wind zitternden Blüten kündigen das herannahende Frühjahr an. Zudem ist die Pflanze im übrigen Gebiet nur zerstreut zu finden. Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa L.) liebt mäßig frische und nicht zu saure Böden wie sie insbesondere in Buchenwäldern zu finden sind. Als Frühlingsbote mit höherem Lichtbedarf nutzt es die kurze Phase bis zum Frühsommer, um aus einem flächigen, unterirdischen Sproß (Rhizom) auszutreiben und rasch Samen zu bilden.  Wenn sich das Laubdach schließt und es auf dem Waldboden dunkel wird, ist der kurze Blütenzauber auch schon wieder vorbei.

 

Der anmutige Frühblüher gehört zu den Hahnenfussgewächsen (Ranunculaceae) und wie bei den übrigen Mitgliedern dieser Familie sind alle Teile giftig - wenn auch weitaus weniger stark als vergleichsweise bei der Kuh- oder Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris). Das Gift der Ranunkeln wird Protoanemonin genannt und geht beim Trocknen in eine ungiftige Form über. Doch immerhin - in Kamtschatka soll Anemone nemorosa in früheren Zeiten sogar als Pfeilgift verwendet worden sein (Geßner, Die Gift- und Arzneipflanzen von Mitteleuropa, 2. Auflage, 1958) und ein älteres Lehrbuch berichtet, dass ca. dreißig Blätter der Pflanze beim Menschen zum Tode führen sollen (Lewin L., Gifte und Vergiftungen, 4. Ausgabe, Berlin 1929). Des Weiteren ist bekannt, dass empfindliche Personen bei Hautkontakt mit Juckreiz, Rötungen oder gar Bläschenbildung reagieren können (Hahnenfußdermatitis). Also lieber stehen lassen und sich einfach am schönen Anblick erfreuen!

 

Es bleibt zudem zu hoffen, dass die Pflanze dem Park auch zukünftig erhalten bleibt und nicht durch den invasiven Bärlauch (Wunderlauch) verdrängt wird.


Fotos: Wehr; Zagon