Eine Tradition in Karwe

"Seit Generationen ist es gebräuchlich, dass die gesamte Familie am Ostersonntag zum Eiertrudeln in den Gutspark wandert. Eine kleine Anhöhe, mitten im Park gelegen, erhielt den Namen Eierberg. Auf diesem Gelände trifft sich Jung und Alt.

 

Den Kindern bereitet es jedes Jahr eine riesige Freude, wenn die bunten, hart gekochten Eier den Hang hinunterkullern. Wenn die Schale zerbrochen ist, werden die Eier genüßlich von den Eiertrudlern verspeist. Auch die Zuschauer bekommen etwas ab. Die frische Luft am Ruppiner See macht hungrig. Aber nicht alle getrudelten Eier landen im Magen der lustigen Meute. Es kommt vor, dass so manches Ei im Wasser des Ruppiner Sees verschwindet, denn der Eierberg führt geradezu in den See.

 

Auf dem Eierberg findet der Spaziergänger noch lange nach dem Osterfest bunte Reste der getrudelten Eier und wird somit an den alten Brauch im Frühling erinnert."

 

Heidemarie Petruschke

Der "Eierberg" - Relikt der Eiszeit

Der Untergrund, einst von mächtigen Eispanzern geebnet und in dem Gebiet als  „Ruppiner Platte“ bezeichnet, prägt kilometerweit das Bild einer flachen, allenfalls sacht gewellten Landschaft.  Daher sind in der Umgebung des Karwer Parks nur gelegentlich Höhen über 45 m ü NN anzutreffen.

 

Der Gutspark überrascht den Besucher - durch die Lage an der eiszeitlichen Seerinne - mit einem vergleichsweise lebhaften Relief. Kein Wunder also, dass die in dieser Gegend eher seltenen hügeligen Erhebungen von den Anwohnern zuweilen liebevoll mit dem Zusatz „Berg“ tituliert werden.  

 

Der „Eierberg“ im Karwer Gutspark - links im zeitigen Frühjahr, rechts im Spätsommer aufgenommen - zählt zu den höchsten Erhebungen im Umkreis. Das Hinweisschild sowie eine kleine Bank wurden mittlerweile durch Vandalismus zerstört. (Bilder per "Klick" vergrößerbar).