"An dem Hafen des Ritterguts Karwe hat wie wir uns seit unserer Kindheit erinnern ein etwa 20 m langer Steg bestanden, an dem große Frachtkähne anlegen konnten. Es wurden dort Frachtkähne be- und entladen.
Ferner bestand ebenfalls schon während unserer Kindheit ein Badehaus mit einem Laufsteg, welches im Winter in der Regel abgebrochen (?Anmerkung: Wort schlecht lesbar) wurde. Ferner hat das Gut stets Geflügel und Kähne auf dem Ruppiner See gehalten, die Eis- und Rohrnutzung ausgeübt und an dem Bützsee an der Weidekoppel eine Viehtränke gehabt."
Dies versichern wir an Eides Statt
Karwer, den 5. August 1926
Aus einer alten Akte, die vor hundert Jahren von den Dorfleuten Christan Bammert, Christian Krause (I), Christian Krause (II) und Wilhelm Rosenträger bezeugt und unterzeichnet wurde.
Die lauschige Karwer Badestelle war ursprünglich vom Schlosspark aus zugänglich, der sich bis zum See hinunterzog. Es soll Karl Friedrich von dem Knesebeck (1768 – 1848) gewesen sein, der das Seeufer unterhalb des (heute verschwundenen) Schlosses in das ca. 6 – 7 ha große Pleasureground-Areal einbezog. Das geschah vermutlich ab 1815, als sich der alte Feldmarschall zunehmend in sein Privatleben zurückzog. Am See befand sich sogar ein kleiner Privathafen der Knesebecks mit einem Badehaus sowie eine mit Feldsteinen befestigte Landspitze mit einer Zierkanone: der "Kanonenberg" (Krafft v. d. Knesebeck, persönliche Mitteilung). Heute ist die Stelle mit einer bescheidenen Bank versehen, die den Blick nach Wustrau schweifen lässt. Zum Badevergnügen lädt ein langer Holz-Steg zu einem Sprung ins kühle Nass ein. Der seichte Nichtschwimmerbereich ist mittels einer Schwimmkette gekennzeichnet. Der Zugang in das Wasser ist angenehm sandig und frei von Bewuchs. Die Liegewiese liegt im Schatten alter Bäume, doch findet sich auch immer ein Sonnenplätzchen. Hinter der Badestelle gibt es einen Bolzplatz. Für die Hygiene ist ein Toilettenhäuschen da. Wer sich die Beine vertreten will kann den großen Naturteil des einstigen Gutsparks auf Rundwegen erkunden.
Die Zuständigkeit der kleinen Naturbadestelle liegt in den Händen der Stadt Neuruppin. Daneben kümmert sich auch der ansässige Dorf- sowie Anglerverein um die Verschönerung. 2025 wurde ein überdachter Picknick-Tisch errichtet. Über die Qualität des Badewassers (die normalerweise sehr gut ist) kann man sich im Internet informieren: https://badestellen.brandenburg.de/badestellen